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Feldsalat

Feldsalat, auch als Rapunzel, Nüsslisalat oder Vogerlsalat bekannt, ist ein kleines Blattgemüse mit weichen Rosetten aus dunkelgrünen Blättern. Die botanische Art Valerianella locusta gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) und ist ein einjähriges Kraut, das wild in Europa, Nordafrika und Westasien wächst.

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Die Pflanze wurde bereits im Mittelalter angebaut und wird seit Jahrhunderten für ihre frischen, nussigen Blätter geschätzt, die Salaten und warmen Gerichten sowohl Geschmack als auch Nährwert verleihen. In Frankreich wird sie „mâche“ genannt und ist eine kulinarische Spezialität rund um die Stadt Nantes, die den Großteil der europäischen Produktion liefert. Auf Deutsch heißt sie meist einfach „Feldsalat“, manchmal auch „Nüsslisalat“ oder „Vogerlsalat“, und als winterharter Wintersalat ist sie besonders in der kalten Jahreszeit wertvoll.

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Geschichte und Herkunft

Vom Unkraut zur Delikatesse

Feldsalat wird seit Jahrhunderten von europäischen Bauern gegessen und wuchs ursprünglich als Unkraut auf Getreidefeldern, was ihr im Englischen auch den Namen „corn salad“ eingebracht hat. Er wurde in der Natur gesammelt und als frisches Wintergrün verwendet, wenn andere Gemüsesorten knapp waren.

Von Versailles bis heute

Im 17. Jahrhundert brachte der Gärtner Jean-Baptiste de La Quintinie die Pflanze auf Wunsch von Ludwig XIV. in die königliche Küche von Versailles. Sie wird in John Gerards Kräuterbuch von 1597 erwähnt und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von Thomas Jefferson in den USA angebaut. Heute wird Feldsalat vor allem in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden kommerziell angebaut, kommt aber auch verwildert in vielen Ländern vor, darunter Dänemark.

Geschmack und Aroma

Feldsalat bildet kleine Rosetten aus spatelförmigen Blättern mit einer weichen, saftigen Konsistenz. Der Geschmack ist mild und nussig mit einer leichten Süße, die ihn von den bittereren Salatsorten unterscheidet. Die Blätter sind am zartesten und süßesten, wenn sie vor der Blüte geerntet werden, und im Gegensatz zu anderen Salaten wird Feldsalat nicht bitter, selbst wenn er zu blühen beginnt.

Der delikate Geschmack macht Feldsalat sowohl roh als auch leicht gegart vielseitig einsetzbar. Die Blätter behalten ihre Struktur, wenn sie kurz sautiert werden, was einen interessanten Kontrast zu cremigen oder warmen Zutaten schafft.

Kulinarische Verwendung

Der milde Geschmack und die knackige Struktur von Feldsalat machen ihn vielseitig einsetzbar. Traditionell wird er roh in Salaten verwendet, kann aber auch kurz wie Spinat gegart oder in letzter Minute unter warme Gerichte gehoben werden.

In der deutschen Küche

In deutschen Küchen glänzt Feldsalat als Wintersalat. Die klassische Kombination sind Rosetten mit gerösteten Walnüssen, dünnen Apfel- oder Birnenscheiben und etwas Ziegenkäse. Er eignet sich auch als frisches grünes Element neben gebackenem Wurzelgemüse, und über eine warme Kartoffel-Lauch-Suppe gestreut, verleiht er sowohl Textur als auch Frische.

  • Klassischer Salat: Die Rosetten mit Vinaigrette, gerösteten Nüssen, Apfel oder Birne und Ziegenkäse servieren.
  • Gemischter grüner Salat: Feldsalat mit Babyspinat, Rucola und Radicchio kombinieren für Farbe und Geschmacksvielfalt.
  • Sandwich und Wraps: Frischen Feldsalat als Ersatz für gewöhnlichen Salat verwenden für eine nussige Note.
  • Suppentopping: Frische Rosetten kurz vor dem Servieren über eine warme Suppe streuen.

International

In Frankreich ist Feldsalat („mâche“) mit Walnüssen und Vinaigrette ein fester Bestandteil der Wintermenüs, und Restaurants kombinieren ihn oft mit Roter Bete, Zitrusfrüchten oder Nüssen. In der modernen Küche wird er sowohl in klassischen Salaten als auch als delikate Garnitur auf Gourmetgerichten verwendet, wo er einen frischen Kontrapunkt zu fettreichen Zutaten wie Käse und Avocado bietet.

Vorbereitung und Zubereitung

Feldsalat benötigt weder Einweichen noch langes Kochen. Das Wichtigste ist, die Blätter vorsichtig von Erde und Sand zu befreien, da sie dicht am Boden wachsen.

  • Waschen: Die Rosetten in eine große Schüssel mit kaltem Wasser legen, vorsichtig umrühren und mit frischem Wasser wiederholen, bis sich kein Sand mehr am Boden absetzt.
  • Putzen: Die unteren Wurzelenden jeder Rosette abschneiden, damit sich die Blätter lösen. Beschädigte oder gelbe Blätter aussortieren.
  • Trocknen: Die Blätter vorsichtig in einer Salatschleuder oder auf einem Geschirrtuch trocknen, damit das Dressing nicht verwässert.
  • Sautieren: Eine Pfanne mit etwas Öl oder Butter erhitzen und die Blätter kurz schwenken, bis sie gerade zusammenfallen. Mit Salz, Pfeffer, Zitrone oder Kräutern würzen.

Gesundheitliche Vorteile

Vitamine und Mineralstoffe

Feldsalat ist trotz seiner feinen Blätter sehr nährstoffreich und weist im Vergleich zu anderen Salatsorten eine hohe Konzentration an Vitaminen und Mineralstoffen auf. Die Blätter sind unter anderem eine gute Quelle für Vitamin C, Beta-Carotin, Vitamin B6, Eisen und Kalium.

  • Vitamin C: Unterstützt das Immunsystem und verbessert die Eisenaufnahme.
  • Beta-Carotin: Vorstufe von Vitamin A, das wichtig für Sehkraft, Haut und Immunsystem ist.
  • Vitamin B6: Notwendig für den Proteinstoffwechsel und die Funktion des Nervensystems.
  • Mineralstoffe: Enthält Eisen für das Hämoglobin im Blut und Kalium für die Muskel- und Nervenfunktion.
  • Ballaststoffe: Unterstützen die Verdauung und ein angenehmes Sättigungsgefühl.

Wertvoll im Winterhalbjahr

Die vielen Antioxidantien unterstützen das Immunsystem, während Eisen und Kalium zum Sauerstofftransport im Blut und zum Flüssigkeitshaushalt des Körpers beitragen. Feldsalat ist daher eine gute Wahl für eine abwechslungsreiche Ernährung und kann besonders im Winterhalbjahr wertvoll sein, wenn viele frische Gemüsesorten einen geringeren Vitamingehalt haben.

Anbau

Feldsalat gedeiht gut im deutschen Klima als kühle Saisonkultur. Er kann sowohl im Frühjahr als auch im Herbst angebaut werden und verträgt leichten Frost, was ihn zu einem idealen Gemüse für den Winter- und Frühjahrsgarten macht.

So baust du Feldsalat an

Gesamtzeit: 6-8 Wochen

  1. Beet vorbereiten

    Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit lockerer, humusreicher Erde. Befreie den Boden von Steinen und Unkraut.

  2. Saatzeit wählen

    Säe Feldsalat von Mitte Juli bis September für die Herbsternte oder von März bis April für die Frühjahrsernte. Die Samen keimen bei niedrigen Temperaturen (ca. 5-15 °C).

  3. Samen säen

    Säe in Reihen mit ca. 10-15 cm Abstand und 1-2 cm Tiefe. Vereinzle die Pflanzen, sodass 5-10 cm zwischen den einzelnen Pflanzen bleiben.

  4. Gießen und Pflegen

    Halte den Boden während der Keimung feucht, aber vermeide staunasse Bedingungen. Feldsalat verträgt keine Austrocknung. Jäte regelmäßig Unkraut und decke bei Bedarf mit Vlies gegen Insekten ab.

  5. Ernten

    Ernte ganze Rosetten, wenn sie 6-10 Blätter gebildet haben. Schneide sie an der Bodenoberfläche ab; bei Frühjahrsanbau können manchmal neue Blätter nachwachsen.

Wachstumsbedingungen

  • Licht: Gedeiht in voller Sonne bis Halbschatten.
  • Boden: Bevorzugt einen leichten, kalkhaltigen und humusreichen Boden mit einem pH-Wert von 6,5-7,5. Eine gute Drainage ist wichtig, da die Pflanze empfindlich auf Staunässe reagiert.
  • Temperatur: Optimales Wachstum bei 10-18 °C; verträgt leichten Frost und kann geschützt bis zu -10 °C überleben.
  • Gießen: Gleichmäßige Feuchtigkeit ist entscheidend; die Pflanze verträgt keine Austrocknung.
  • Düngung: Eine moderate Menge Kompost bei der Aussaat reicht aus. Überdüngung mit Stickstoff kann zu lockereren Rosetten führen.

Aufbewahrung

Im Kühlschrank

Feldsalat wird am besten früh morgens geerntet, wenn die Blätter knackig sind. Schneide die ganze Rosette mit einem scharfen Messer an der Basis ab. Bewahre die geernteten Rosetten in einer perforierten Plastiktüte im Kühlschrank auf, wo sie sich 3-5 Tage frisch halten. Wasche sie erst kurz vor der Verwendung, um einen schnellen Verderb zu vermeiden.

Die Saison verlängern

  • In der Herbst- und Winterzeit können die Pflanzen mit Vlies abgedeckt werden, um die Saison zu verlängern.
  • Vermeide Tüten mit Kondenswasser – feuchte Umgebung lässt die Blätter schneller faulen.
  • Feldsalat eignet sich wegen seiner feinen Blätter schlecht zum Einfrieren; verwende ihn lieber frisch.

Gute Kombinationen

Der milde, nussige Geschmack von Feldsalat harmoniert gut mit Zutaten, die entweder seine Süße betonen oder einen Kontrast bilden.

  • Nüsse und Kerne: Walnüsse, Haselnüsse, Pistazien und Kürbiskerne.
  • Obst: Äpfel, Birnen, Orangenfilets, Granatapfelkerne oder getrocknete Cranberries.
  • Käse: Ziegenkäse, Blauschimmelkäse, Parmesan oder Feta.
  • Getreide: Perldinkel, Quinoa oder Bulgur in Salaten.
  • Fleisch und Fisch: Räucherlachs, Parmaschinken oder gebratenes Hähnchen.
  • Dressings: Zitronendressings, Balsamico-Vinaigrette, Honig-Senf oder Dressings auf Joghurtbasis.

Verwechslungen und Qualität

Feldsalat kann mit anderen kleinen Blattgemüsen wie Babyspinat oder kleinen Römersalat-Rosetten verwechselt werden. Er ist an den gegenständigen, spatelförmigen Blättern zu erkennen, die Rosetten bilden. Wenn du Feldsalat aussuchst, sollten die Blätter dunkelgrün und frisch sein, ohne gelbe oder schleimige Stellen. Die Rosetten sollten kompakt sein mit kurzen Stielen, und es sollte keine Erde oder Sand zwischen den Blättern sein. Vermeide Tüten mit Kondenswasser, da Feuchtigkeit die Blätter schneller faulen lässt.

Nachhaltigkeit und Biodiversität

Als Blattgemüse hat Feldsalat einen relativ geringen Klima-Fußabdruck, besonders wenn er lokal in der kühlen Jahreszeit angebaut wird. Er benötigt keine Gewächshäuser, wenn er im Herbst und Winter angebaut wird, und kann ohne große Mengen Kunstdünger kultiviert werden. Die Pflanze gehört zu einer anderen Familie als die meisten gängigen Salate, was die Biodiversität im Küchengarten erhöht. Indem man Feldsalat in die Fruchtfolge einbezieht, kann man Krankheitszyklen unterbrechen und mit seinen kleinen blauen Blüten nützliche Insekten anlocken.

Probier dieses Rezept

Die klassische Winterkombination aus Feldsalat, Roter Bete und Ziegenkäse ist schwer zu schlagen. Die erdige Süße der Roten Bete und die säuerliche Fülle des Ziegenkäses heben die milden, nussigen Blätter zu einem vollendeten Salat. Backe die Rote Bete weich und warm, und vermenge sie lauwarm mit frischen Feldsalat-Rosetten. Sieh, wie es geht, in unserem Rezept für Gebackene Rote Bete im Airfryer.

Ausrüstung und Produkte

Der nussige Charakter von Feldsalat harmoniert wunderbar mit Walnüssen, sowohl im Salat als auch im Glas daneben. Möchtest du deinem Wintersalat einen festlichen Touch geben, kannst du etwas Walnusslikör 100ml aus unserem Shop ins Dressing träufeln oder ihn als leichten Abschluss der Mahlzeit servieren.

Häufig gestellte Fragen

Kann Feldsalat im Winter wachsen?

Ja, Feldsalat ist winterhart und kann bis spät in den Herbst angebaut werden. Bei leichtem Frost werden die Pflanzen mit Vlies oder einem kalten Gewächshaus geschützt, sodass sie den ganzen Winter über geerntet werden können.

Ist Feldsalat dasselbe wie Rapunzel?

Ja, „Rapunzel“ ist eine der Bezeichnungen für Valerianella locusta im deutschsprachigen Raum. Weitere Namen sind Nüsslisalat (Schweiz), Vogerlsalat (Österreich) und im Englischen „mâche“ oder „corn salad“.

Wie vermeide ich Sand im Feldsalat?

Da Feldsalat dicht am Boden wächst, kann sich Sand zwischen den Blättern ansammeln. Spüle die Rosetten gründlich in mehreren Portionen kaltem Wasser und lass sie anschließend in einer Salatschleuder abtropfen, um Erdpartikel zu entfernen.

Wird Feldsalat bitter?

Nein, im Gegensatz zu vielen anderen Salaten wird Feldsalat nicht bitter, selbst wenn er zu blühen beginnt. Die Blätter sind jedoch am zartesten und süßesten, wenn sie vor der Blüte geerntet werden.

Kann man Feldsalat kochen?

Ja. Obwohl er meist roh gegessen wird, kann Feldsalat kurz wie Spinat sautiert oder in letzter Minute unter warme Gerichte gehoben werden. Die Blätter behalten eine angenehme Struktur, wenn sie nur kurz erhitzt werden.

Fakten über Feldsalat

FeldWert
Deutscher NameFeldsalat, Rapunzel
Lateinischer NameValerianella locusta
FamilieGeißblattgewächse (Caprifoliaceae)
PflanzentypEinjähriges Blattgemüse
Höhe5-15 cm
WinterhärteVerträgt Frost bis ca. -10 °C mit Abdeckung
LichtVolle Sonne bis Halbschatten
BodenLeichter, kalkhaltiger, humusreicher und gut durchlässiger Boden (pH 6,5-7,5)
Aussaat/PflanzungAussaat Juli-September (Herbst) oder März-April (Frühjahr)
Blüte/ErnteBlüte im Frühjahr; Ernte 6-8 Wochen nach der Aussaat
GeschmackMild und nussig mit leichter Süße
Kulinarische VerwendungSalate, sautiert, Sandwiches, Garnitur auf warmen Gerichten
AufbewahrungKühle Lagerung für 3-5 Tage, erst kurz vor Gebrauch waschen

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