Dicke Bohnen – auch bekannt als Favabohnen, Saubohnen oder Ackerbohnen – sind die großen, flachen, hellgrünen Samen der Pflanze Vicia faba. Sie gehören zu den ältesten kultivierten Hülsenfrüchten der Welt und sind seit Jahrtausenden ein Grundpfeiler der Ernährung und Kultur im Mittelmeerraum, im Nahen Osten, in Afrika und in Asien. Frische Dicke Bohnen tauchen im Frühling und Frühsommer nur kurz auf und verschwinden schnell wieder, was sie zu einer begehrten Saisonware macht.

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Die Bohnen haben einen cremigen, nussigen Geschmack mit einer leicht bitteren Note und werden sowohl als frisches Gemüse als auch als getrocknete Bohnen verwendet. Als Mitglied der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) ist die Pflanze robust, liebt kühles Wetter und ist eine wichtige stickstoffbindende Kultur in nachhaltigen Anbausystemen. In diesem Beitrag unseres Madleksikon tauchen wir in Geschichte, Geschmack, Nährwerte, Zubereitung und Anbau der Dicken Bohne in Deutschland ein.

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Geschichte und Herkunft
Dicke Bohnen – oder Pferdebohnen – gehören zu den am frühesten domestizierten Kulturpflanzen der Welt. Botanisch ist die Dicke Bohne der Samen des einjährigen Krauts Vicia faba, das kräftige, aufrechte Stängel und lange, fleischige Hülsen mit 3-8 großen, flachen Samen bildet.
Frühe Geschichte
Dicke Bohnen werden seit mindestens 5.000 Jahren im Nahen Osten und im Mittelmeerraum angebaut und finden in chinesischen, ägyptischen und griechischen Quellen Erwähnung. Archäologische Funde zeigen, dass die ägyptischen Priester die Bohnen als unrein betrachteten, und sowohl Ägypter als auch Römer brachten sie mit der Welt der Seelen in Verbindung; deshalb wurden Dicke Bohnen häufig bei Totenritualen gegessen. Im antiken Griechenland dienten sie sogar als Stimmzettel. Der deutsche Name „Pferdebohne“ verweist auf die größere Unterart Vicia faba var. equina, die traditionell als Futter angebaut wurde.
Vom Mittelalter zur modernen Küche
Als wichtige Proteinquelle hatten Dicke Bohnen eine zentrale Bedeutung in der antiken Mittelmeerküche. Sie wurden im mittelalterlichen Europa in Klostergärten und Gemüsegärten angebaut und zählten zu den wenigen verfügbaren Proteinen in den fleischlosen Fastenzeiten. Im antiken Ägypten wurden getrocknete Bohnen zu einem sättigenden Grundnahrungsmittel der Arbeiterklasse und Teil von Bestattungsritualen, während sie in Griechenland die Seele symbolisierten. Im modernen Italien werden zu Allerheiligen Gebäckstücke namens Fave dei Morti (Bohnen der Toten) gebacken, und in Ägypten ist ful medames – ein Brei aus gekochten getrockneten Dicken Bohnen mit Zitrone, Knoblauch und Gewürzen – noch immer ein Nationalgericht. In Deutschland war die Pferdebohne früher ein verbreitetes Futter für Pferde und Schweine, doch mit dem wachsenden Interesse an Hülsenfrüchten und selbst angebautem Protein kehrt sie nun in die Küchengärten zurück.
Geschmack und Aroma
Der Geschmack Dicker Bohnen wird oft als eine Mischung aus grünen Erbsen, Nüssen und Artischocke beschrieben. Sie haben eine leichte Bitterkeit und eine cremige, fast buttrige Konsistenz, wenn sie gekocht sind. Frische, junge Bohnen sind süßer und milder, während größere und reife Bohnen einen kräftigeren, erdigeren Charakter bekommen. Die Bitterkeit sitzt vor allem in der zähen äußeren Schale, weshalb viele die Schale nach dem Kochen entfernen, um einen reineren, milderen Geschmack zu erhalten.
Dicke Bohnen vertragen Säure und Frische gut: ein Spritzer Zitrone, gutes Olivenöl und frisch gemahlener Pfeffer heben ihre natürliche Süße hervor. Sie harmonieren besonders gut mit Kräutern wie Minze und Basilikum sowie mit aromatischem Gemüse wie Knoblauch, Zwiebeln und Chili. Kombiniert mit anderem Frühlingsgemüse wie Spargel, Erbsen und Pilzen ergeben sie ein harmonisches Gericht, und sie passen zu salzigen Fleischprodukten wie Pancetta, Serrano, Chorizo und Prosciutto.
Kulinarische Verwendung
Dicke Bohnen sind vielseitig und werden in allem verwendet, von leichten Frühlingssalaten bis zu kräftigen Schmorgerichten. Frische Bohnen werden oft blanchiert und in Salate, Pasta oder Risotto gegeben, während getrocknete Bohnen weich gekocht und in Dips, Suppen und traditionellen Gerichten verwendet werden.
In der deutschen Küche
In Deutschland haben Dicke Bohnen bei Gärtnern und Köchen wieder an Interesse gewonnen, die die kurze Frühlingssaison nutzen. Frische Dicke Bohnen werden blanchiert und in Salaten mit neuen Kartoffeln, Radieschen und frischen Kräutern serviert, oder sie werden zu einem grünen Dip mit Zitrone und Olivenöl zerdrückt. Als Proteinquelle finden sie in vegetarischen Gerichten Verwendung, und selbst gezogene Keimlinge der Dicken Bohne verleihen Salaten und Sandwiches Knusprigkeit und Nährstoffe.
International
International spielt die Dicke Bohne eine zentrale Rolle in der Mittelmeer- und der nahöstlichen Küche. In Italien werden die frischen Bohnen traditionell mit gesalzenem Schafskäse wie Pecorino serviert, in Ägypten ist ful medames ein beliebtes Frühstücksgericht, und in Griechenland wird koukofava aus getrockneten Bohnen mit Zitrone und Petersilie zubereitet. In Nordafrika und im Nahen Osten sind Dicke Bohnen zudem Bestandteil von Falafel und fermentierten Gewürzen.
Zubereitung
Dicke Bohnen erfordern etwas mehr Vorbereitung als viele andere Bohnen. Putze zunächst die Hülsen: Brich die Enden ab und entferne den silbergrauen Faden, bevor du die Hülsen öffnest und die Bohnen herauslöst. Junge, zarte Bohnen kann man ganz essen, doch größere Samen haben eine zähe, helle Schale, die nach dem Kochen oder kurzem Blanchieren entfernt werden sollte – auch das Einfrieren lässt die Schale leichter ablösen.
- Püriere gekochte Dicke Bohnen mit Zitrone, Tahin und Knoblauch zu einem cremigen Dip oder Hummus.
- Bereite ein Frühlingsrisotto mit Dicken Bohnen, Spargel und Parmesan zu.
- Brate frische Bohnen in Olivenöl mit Knoblauch, Chili und Pancetta und vermenge sie mit Pasta.
- Koche getrocknete Bohnen weich und verwende sie in nordafrikanischem ful medames oder griechischem koukofava.
Nährwerte und Gesundheit
Dicke Bohnen gehören zu den nährstoffreichsten Hülsenfrüchten und sind eine solide Quelle für pflanzliches Protein, Ballaststoffe und eine Reihe von Mineralstoffen.
Protein, Ballaststoffe und Mineralstoffe
Gekochte Dicke Bohnen sind eine sättigende, proteinreiche Hülsenfrucht mit niedrigem Fettgehalt. Die langsam freigesetzten Kohlenhydrate helfen, den Blutzucker zu stabilisieren, und die Bohnen liefern B-Vitamine wie Thiamin, Riboflavin und Niacin. Richtwerte pro 100 g gekochte Bohnen:
- Protein: ca. 7,6 g pro 100 g
- Ballaststoffe: ca. 5,4 g pro 100 g
- Kalorien: ca. 110 kcal pro 100 g
- Mineralstoffe: Folat, Mangan, Eisen, Magnesium und Kalium
Der hohe Protein- und Ballaststoffgehalt macht Dicke Bohnen zu einer guten Ergänzung einer pflanzenbasierten Ernährung. Die Bohnen enthalten außerdem L-Dopa, eine Vorstufe des Botenstoffs Dopamin, sowie antioxidative Phytonährstoffe. Antinährstoffe wie Tannine und Lektine werden durch richtiges Einweichen und Kochen reduziert, sodass die Bohnen leichter verdaulich werden.
Favismus und G6PD-Mangel
Personen mit dem erblichen Enzymdefekt G6PD-Mangel (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase) können Favismus – eine Form der hämolytischen Anämie – entwickeln, wenn sie Dicke Bohnen essen oder dem Pollen der Pflanze ausgesetzt sind. Diese Personen sollten Dicke Bohnen meiden. Dieser Abschnitt ist keine medizinische Beratung; wende dich im Zweifel an deinen Arzt.
Einweichen und Kochen
Getrocknete Dicke Bohnen müssen eingeweicht und gekocht werden, bevor man sie essen kann, während frische Bohnen nur kurz blanchiert werden. Nachfolgend eine einfache Vorgehensweise für getrocknete Bohnen.
Gesamtzeit: ca. 13 Stunden
- Sortieren und abspülen
Sortiere die getrockneten Bohnen und entferne Steine und beschädigte Samen, dann spüle sie gründlich in kaltem Wasser ab.
- Einweichen
Weiche die Bohnen 8-12 Stunden, gerne über Nacht, in reichlich kaltem Wasser ein. Das Einweichen verkürzt die Kochzeit und macht die Bohnen leichter verdaulich.
- Weich kochen
Spüle die Bohnen erneut ab und koche sie in frischem Wasser (etwa drei Teile Wasser auf einen Teil Bohnen) zugedeckt 45-60 Minuten, bis sie weich, aber nicht matschig sind. Salze erst gegen Ende, da frühes Salzen die Schale zäh machen kann.
- Häuten
Drücke bei Bedarf die zähe äußere Schale von den gekochten Bohnen ab, um eine weichere, cremige Konsistenz zu erhalten. Möchtest du etwas Biss und zusätzliche Ballaststoffe bewahren, kann die Schale dranbleiben.
In einem Schnellkochtopf verkürzt sich die Kochzeit nach dem Einweichen auf etwa 20-30 Minuten. Für einen knusprigen, proteinreichen Snack kann man eingeweichte Bohnen in Öl und Gewürzen marinieren und bei 200 °C etwa 20-25 Minuten backen – auch im Airfryer.
Anbau in Deutschland
Favabønner trives bedst i køligt, fugtigt klima og tåler frost ned til omkring −10 °C. Så dem tidligt, før sommerens varme sætter ind, og giv dem stabil fugt – så får du en robust, kvælstoffikserende afgrøde.
Dicke Bohnen sind eine dankbare Kultur im deutschen Küchengarten, denn sie vertragen Kälte und können sehr früh ausgesät werden. Sie bevorzugen kühles, feuchtes Wetter und kommen mit Hitze und Trockenheit schlecht zurecht.
Wachstumsbedingungen
Die Pflanzen gedeihen am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 18 °C und vertragen Frost bis −10 °C. Der Boden sollte ein mittlerer Lehm- oder Sandboden mit guter Drainage und einem pH-Wert zwischen 6,5 und 8 für eine optimale Stickstoffbindung sein. Dicke Bohnen haben ein tiefes Wurzelwerk mit kräftiger Pfahlwurzel und profitieren von lockerem, unverdichtetem Boden. Da die Pflanze selbst Stickstoff bindet, benötigt sie selten zusätzlichen Stickstoffdünger.
So baust du Dicke Bohnen an
Gesamtzeit: 80-120 Tage
- Aussaat
Säe die Samen von März bis April direkt ins Freiland, 6-8 cm tief, mit 15-20 cm zwischen den Samen und 45-60 cm zwischen den Reihen.
- Vereinzeln und Stützen
Wenn die Pflanzen 10-15 cm hoch sind, vereinzele sie auf etwa 30 Pflanzen pro m². Stütze hohe Pflanzen mit Bambusstäben und Schnur gegen starken Wind.
- Gießen und Düngen
Gieße gleichmäßig, besonders während der Blüte und der Hülsenbildung, aber vermeide stehendes Wasser. Die Pflanze bindet selbst Stickstoff und benötigt selten zusätzlichen Dünger.
- Jäten und Schädlinge
Halte das Beet unkrautfrei und achte auf schwarze Bohnenblattläuse. Pflanzen, die Schwebfliegen und andere Nützlinge anlocken, helfen, den Bestand niedrig zu halten.
- Blüte und Bestäubung
Die Pflanzen blühen im Mai und Juni mit weißen, dunkel gefleckten Blüten, die von Hummeln bestäubt werden. Die Hülsen reifen nach 80-120 Tagen.
- Ernte frischer Bohnen
Ernte für frische Bohnen, wenn die Hülsen hellgrün und prall sind, aber bevor sie zäh werden. Kleine Bohnen isst man mit Schale, größere werden blanchiert und gehäutet.
- Ernte zum Trocknen
Lass die Hülsen hängen, bis sie dunkelbraun werden, ernte die ganze Pflanze und hänge sie an einem luftigen Ort zum Trocknen auf. Die Hülsen werden anschließend zerdrückt, und die getrockneten Bohnen werden luftdicht, kühl und dunkel aufbewahrt.
Aufbewahrung
Wie Dicke Bohnen am besten aufbewahrt werden, hängt davon ab, ob sie frisch, getrocknet oder gekocht sind.
Frische Bohnen
Frisch geerntete Dicke Bohnen schmecken am besten sofort. Sollen sie aufbewahrt werden, legt man sie in einen Papier- oder offenen Plastikbeutel in den Kühlschrank, wo sie sich 3-4 Tage halten. Überreife Hülsen werden zäh, ernte und verwende sie daher regelmäßig.
Einfrieren und getrocknete Bohnen
- Frische Bohnen: blanchieren, häuten und 6-12 Monate einfrieren.
- Gekochte Bohnen: 3-5 Tage im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren.
- Getrocknete Bohnen: trocken, dunkel und luftdicht aufbewahren – sie halten mehrere Jahre.
Probiere dieses Rezept
Dicke Bohnen und gutes Brot sind eine klassische mediterrane Kombination – denk an italienische fave e pecorino, bei denen zerdrückte Bohnen, Käse und Olivenöl auf knusprigem Landbrot genossen werden. Backe ein rustikales Beilagenbrot zu deinen Dicken Bohnen mit unserem Rezept für Pane pugliese aus dem Airfryer – knuspriges italienisches Landbrot mit säuerlicher Krume. Die säuerliche Krume und knusprige Kruste eignen sich perfekt, um das cremige Bohnenpüree aufzunehmen.
Ausstattung und Produkte
Dicke Bohnen fügen sich mühelos in italienische Pasta- und Risottogerichte ein, in denen sie mit Olivenöl, Knoblauch und frischen Kräutern vermengt werden. Möchtest du die italienische Note betonen, kannst du mit Pasta & Pizza Gewürz 60g würzen, das Dicke Bohnen, Pasta und Parmesan zu einem einfachen Frühlingsgericht vereint.
Häufig gestellte Fragen
Ja. Dicke Bohnen sind kältetolerant und können früh im Frühjahr ausgesät werden. Sie brauchen einen sonnigen Standort, neutralen bis leicht alkalischen Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit. Sie vertragen Frost, aber keine Hitze, sodass sie sich gut für das deutsche Frühjahr und den Frühsommer eignen.
Bei jungen, kleinen Bohnen kann die dünne Schale mitgegessen werden. Bei größeren Bohnen wird die Schale zäh und sollte nach dem Blanchieren oder Kochen entfernt werden. Die Wahl hängt von der gewünschten Textur ab: ohne Schale werden die Bohnen cremiger.
Dicke Bohnen sind reich an Protein, Ballaststoffen, Folat, Mangan, Eisen, Magnesium und Kalium. Sie enthalten L-Dopa und andere bioaktive Stoffe, die vorteilhaft sein können. Allerdings können Personen mit G6PD-Mangel Favismus entwickeln und sollten die Bohnen meiden.
Frische Hülsen werden im Kühlschrank in einem Papierbeutel bis zu 3-4 Tage aufbewahrt. Blanchierte und gehäutete Bohnen können bis zu einem Jahr eingefroren werden. Getrocknete Dicke Bohnen werden trocken, dunkel und luftdicht aufbewahrt und können mehrere Jahre halten.
Dicke Bohnen (Vicia faba) sind groß, flach und hellgrün mit einer dicken, ledrigen Hülse und einem leicht bitteren, nussigen Geschmack. Edamame sind unreife Sojabohnen (Glycine max) – sie sind kleiner, runder und haben einen süßeren, milderen Geschmack. Die beiden gehören zu unterschiedlichen Gattungen und können einander nicht ohne Weiteres ersetzen.
Fakten über Dicke Bohnen
| Feld | Wert |
|---|---|
| Deutscher Name | Dicke Bohnen / Saubohnen |
| Lateinischer Name | Vicia faba |
| Familie | Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
| Pflanzentyp | Einjähriges, aufrechtes Kraut |
| Höhe | 30-200 cm |
| Frosthärte | Verträgt Frost bis ca. −10 °C |
| Licht | Volle Sonne |
| Boden | Mittlerer Lehm- oder Sandboden; pH 6,5-8 |
| Aussaat/Pflanzung | März-April direkt ins Freiland |
| Blüte | Mai-Juni |
| Ernte | Juni-August (frisch); September-Oktober (getrocknet) |
| Kalorien pro 100 g | ca. 110 kcal (gekocht) |
| Protein pro 100 g | ca. 7,6 g (gekocht) |
| Ballaststoffe pro 100 g | ca. 5,4 g (gekocht) |
| Geschmack | Cremig, nussig mit leicht bitterer Note |
| Kulinarische Verwendung | Salate, Pasta, Risotto, Dip, ful medames, Falafel |
| Einweichzeit | 8-12 Stunden |
| Kochzeit | 45-60 Minuten |
| Aufbewahrung | Frisch 3-4 Tage gekühlt; getrocknet luftdicht; gekocht eingefroren |