Endivie – auch als Frisée oder Eskariol bekannt – ist ein Blattgemüse aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es gibt zwei Haupttypen: die krause Frisée mit feinen, tief eingeschnittenen Blättern und die breitblättrige Eskariol mit größeren, glatten Blättern. Beide Typen gehören zur Art Cichorium endivia und stammen ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum, wo sie seit Jahrhunderten angebaut werden.

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Endivie gehört zur selben Gattung wie Chicorée, und die Blätter entwickeln einen charakteristischen, leicht bitteren Geschmack, den viele in Salaten, Suppen und Aufläufen schätzen. Sie darf nicht mit Chicorée verwechselt werden, obwohl beide eng verwandt sind – Endivie bildet eine lockere Blattrosette, statt eines festen, länglichen Sprosses. Die Bitterkeit wird durch Schmoren und Gratinieren deutlich gemildert, was Endivie zu einem vielseitigen Gemüse für das ganze Jahr macht.
Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten
Geschichte und Herkunft
Frühe Geschichte
Die Pflanze stammt aus Asien und dem Mittelmeerraum und war bereits in der antiken griechischen und römischen Küche bekannt. Blattgemüse aus der Gattung Cichorium wurde für seinen frischen, leicht bitteren Geschmack geschätzt sowie für seine Fähigkeit, bei kühlem Wetter zu wachsen, wenn viele andere Kulturen ins Stocken gerieten.
Verbreitung nach Europa
Im Mittelalter verbreitete sich die Endivie im übrigen Europa und wurde später ein fester Bestandteil der französischen und italienischen Küche. Heute findet man Endivie in den meisten Supermärkten sowohl in krauser als auch in glattblättriger Form. In Frankreich werden die inneren Blätter blanchiert, um eine hellgelbe Farbe und einen milderen Geschmack zu fördern – eine Tradition, die dem Namen Frisée („kraus”) ihren Ursprung gab.
Geschmack und Aroma
Krause Endivie (Frisée) hat feine, gekrauste Blätter und eine ausgeprägte Bitterkeit, während Eskariol (breitblättrig) größere, glatte Blätter mit einem milderen, nussigen Geschmack hat. Beide Typen haben eine saftige, knackige Struktur, besonders wenn sie in kühler Umgebung angebaut werden.
Die Bitterkeit lässt sich durch Blanchieren in der Küche mindern oder indem man die Pflanzen auf dem Feld bleicht – dabei wird das Herz mit Blättern oder einem Topf abgedeckt, sodass kein Licht eindringt. Diese Technik macht die Blätter heller und milder. Beim Schmoren und Gratinieren rundet die Wärme die bittere Kante ab und hebt eine angenehme, nussige Süße hervor.
Kulinarische Verwendung
Endivie ist vielseitig und kann sowohl roh als auch gegart verwendet werden. Frisée eignet sich am besten roh oder leicht angeschwenkt, während die breitblättrige Eskariol längeres Garen verträgt und sich gut für Eintöpfe, Gratins und Suppen eignet.
In der deutschen Küche
In deutschen Küchen wird Endivie meist roh als knackige, bittere Komponente in gemischten Salaten verwendet – zusammen mit süßeren Blättern, Apfel und einem säuerlichen Dressing. Speck und knusprig gebratene Würfel von geräuchertem Schweinefleisch sind ein klassischer Gegenspieler, bei dem Salziges und Fettiges die Bitterkeit ausgleichen. Gratinierte Eskariol mit Sahne und Käse gewinnt zunehmend an Beliebtheit als warmes Wintergericht.
International
In Frankreich und Italien wird Frisée oft roh in Salaten mit Vinaigrette verwendet, während Eskariol in Eintöpfen, als Füllung in Calzone oder als Gratin verarbeitet wird – zum Beispiel im italienischen „Gratin di Scarola”. In den Niederlanden und Deutschland isst man Eskariol oft als „Andijvie Stamppot”, bei dem die Blätter mit Kartoffelpüree vermischt werden. Frisée ist zudem eine klassische Zutat in der Salade niçoise.
Zubereitung
Waschen Sie die Blätter gründlich unter kaltem Wasser, da sich zwischen den krausen Blättern Erde verstecken kann. Entfernen Sie braune oder beschädigte Blätter, und schneiden Sie den unteren, zähen Teil des Strunks ab. Die Bitterkeit lässt sich auf mehrere Arten reduzieren:
- Blanchieren in kochendem Wasser: Die Blätter 1–2 Minuten kochen und danach in Eiswasser abkühlen.
- Schmoren: Kurz in Öl oder Butter mit Knoblauch anschwitzen und die Blätter unter einem Deckel zusammenfallen lassen – das ergibt einen milden, nussigen Geschmack.
- Gratinieren: Eskariol mit Sahne und geriebenem Käse überbacken, bis die Oberfläche goldbraun ist.
- Anbraten: Schnell in einer heißen Pfanne mit etwas Fett, Knoblauch und Zitronensaft braten, um den Geschmack abzurunden.
Gesundheitliche Vorteile
Vitamine und Mineralstoffe
Endivie ist sehr kalorienarm – etwa 17 kcal pro 100 g – und besteht zu rund 95 % aus Wasser. Sie enthält ungefähr 1,8 g Ballaststoffe, 1 g Kohlenhydrate, unter 0,5 g Fett und 1,1 g Eiweiß pro 100 g. Die Blätter sind reich an Folat, β-Carotin (Provitamin A), Lutein und weiteren phenolischen Verbindungen mit antioxidativer Wirkung.
- Folat (B9): wichtig für Zellteilung und die Entwicklung des Fötus
- β-Carotin und Lutein: Antioxidantien, die Sehkraft und Haut unterstützen
- Kalium, Mangan und Magnesium: tragen zum Flüssigkeitshaushalt und zur Muskelfunktion bei
- Inulin: ein präbiotischer Ballaststoff, der die nützlichen Darmbakterien nährt
Verdauung und Hinweise
Der natürliche präbiotische Ballaststoff Inulin kann helfen, den Blutzucker zu regulieren und eine gesunde Darmflora zu unterstützen. Den bitteren Sesquiterpenlactonen wird eine milde appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt, was mit ein Grund dafür ist, dass bittere Blätter traditionell zu fetten Mahlzeiten serviert werden.
Hinweis zu Vitamin K: Endivie ist reich an Vitamin K. Personen, die blutverdünnende Medikamente (Warfarin) einnehmen, sollten eine gleichmäßige Zufuhr einhalten und Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
Anbau
Endivie gedeiht in kühlem, feuchtem Klima und eignet sich daher gut für den deutschen Sommer und Herbst. Du kannst sowohl Frisée für die Sommerernte als auch Eskariol für Herbst und Winter anbauen.
So baust du Endivie an
Gesamtzeit: 10-14 Wochen
- Sorten und Saatzeit planen
Wähle Frisée für die Sommerernte und Eskariol (Batavia) für Herbst und Winter. Säe die Samen direkt von Ende Mai bis August, wenn der Boden 15 °C oder wärmer ist. Ziehe für eine frühe Ernte ab Februar drinnen vor.
- Den Boden vorbereiten
Endivie bevorzugt nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden mit einem pH-Wert von 6,0-6,5. Lockere den Boden in 20 cm Tiefe und arbeite Kompost ein. Trockenheit kann zu vorzeitiger Blütenbildung (Schossen) führen, also halte den Boden feucht.
- Säen und auspflanzen
Säe die Samen 1 cm tief in Reihen mit 30 cm Abstand. Vereinzele die Pflanzen auf 25-38 cm Abstand für volle Köpfe oder auf 5 cm für Babyblätter. Härte vorgezogene Pflanzen etwa eine Woche vor dem Auspflanzen ab.
- Gießen und düngen
Gieße regelmäßig, besonders in trockenen Perioden, um Bitterkeit und Schossen zu vermeiden. Gib alle zwei Wochen einen organischen Flüssigdünger, besonders bei der Kultur in Töpfen.
- Bleichen (optional)
Für einen milderen Geschmack können reife Pflanzen gebleicht werden, indem man die äußeren Blätter zusammenbindet oder die Köpfe 2-3 Wochen vor der Ernte mit einem umgedrehten Topf abdeckt.
- Ernten
Ernte Frisée, wenn die Pflanzen 15-20 cm im Durchmesser haben, indem du die ganze Pflanze an der Basis abschneidest. Eskariol kann sowohl als Babyblätter als auch als ganze, kompakte Köpfe geerntet werden.
Wachstumsbedingungen
- Licht: Volle Sonne bis Halbschatten. Starke Sommersonne kann Bitterkeit und schnelles Schossen verursachen; etwas Schatten in der Mittagszeit ist von Vorteil.
- Temperatur: Optimal 15-20 °C; verträgt kurze Perioden bis zu 5 °C. Wärme über 25 °C begünstigt das Schossen.
- Boden: Nährstoffreich, humusreich und gut durchlässig mit einem pH-Wert von 6,0-6,5. Vermeide sauren Boden und Staunässe.
- Bewässerung: Halte den Boden gleichmäßig feucht, und verwende Mulch, um die Feuchtigkeit zu bewahren. Vermeide Wasserspritzer auf den Blättern, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Aufbewahrung
Im Kühlschrank
Frische Endivie wird in einer Plastiktüte im Gemüsefach des Kühlschranks 3-4 Tage aufbewahrt. Warte mit dem Waschen der Blätter bis kurz vor der Verwendung, um Feuchtigkeitseinschluss zu vermeiden, der sie faulen lassen kann. Ernte am besten morgens, wenn die Blätter zart und saftig sind.
Einfrieren
- Endivie lässt sich roh wegen des hohen Wassergehalts schlecht einfrieren – die Blätter werden schlaff.
- Blanchiere die Blätter kurz, und friere sie danach für die spätere Verwendung in Suppen und Eintöpfen ein.
- Portioniere sie, sodass du nur auftaust, was du brauchst.
Verwechslungen und Qualität
Endivie wird manchmal mit Romanasalat oder Radicchio verwechselt. Endivie hat jedoch eine charakteristische Bitterkeit und eine lockere Blattrosette, während Radicchio (Rotsalat) kompakter ist und rote Blätter mit weißen Adern hat. Endivie darf außerdem nicht mit Chicorée verwechselt werden, der einen festen, länglichen Spross bildet.
Wähle Pflanzen mit frischen, knackigen und hellen Blättern ohne verfärbte Ränder. Vermeide Köpfe, die schlaff oder schleimig sind oder schwarze Flecken haben. Geschmacklich passt Endivie besonders gut zu Zitrusfrüchten, Nüssen wie Walnüssen und Haselnüssen, kräftigem Käse wie Ziegenkäse und Parmesan sowie salzigen Proteinen wie Bacon, italienischem Speck und gekochten Eiern.
Nachhaltigkeit und Biodiversität
Endivie ist eine relativ robuste Kulturpflanze, die mäßig viel Wasser und Dünger benötigt und gut in ökologische Küchengärten passt. Da die Pflanzen zur Familie der Asteraceae gehören, können sie zur Biodiversität beitragen, indem sie beim Blühen Bestäuber anziehen – sofern man einige Pflanzen nach der Ernte zur Blüte kommen lässt. Endivie eignet sich zudem für die Fruchtfolge mit anderen Salatarten und Kohl, um den Krankheitsdruck im Boden zu verringern.
Probiere dieses Rezept
Endiviens Bitterkeit wird durch Wärme und Sahne wunderbar gemildert, weshalb sie sich hervorragend gewendet in einem cremigen Gratin macht. Probiere, grob gehackten Eskariol in einen warmen Käseauflauf zu falten, wo die bitteren Blätter einen frischen Gegenpart zur vollmundigen Sauce bilden. Lass dich von unserem Gratinierter Pollack aus dem Airfryer – cremiger Fischauflauf mit Lauch und Blumenkohl inspirieren, und füge Endivie zusammen mit dem Gemüse für zusätzlichen Charakter hinzu.
Ausrüstung und Produkte
Endiviens bittere Noten haben Charakterzüge gemeinsam mit den klassischen dänischen Schnaps-Bittern, die traditionell zu fetten und salzigen Gerichten serviert werden, um die Mahlzeit auszubalancieren. Möchtest du mit der Bitterkeit im Glas neben einer gratinierten Endivie spielen, kannst du dir Den AlderBedste Bitter 38% – 70 cl aus unserem Shop ansehen.
Häufig gestellte Fragen
Frisée (krause Endivie) hat feingekrauste, bittere Blätter und wird oft roh in Salaten verwendet. Eskariol (breitblättrig) hat einen milderen, nussigen Geschmack und eignet sich sowohl für rohe als auch für gegarte Gerichte.
Die natürliche Bitterkeit stammt von Sesquiterpenlactonen. Du kannst sie reduzieren, indem du die Blätter kurz in kochendem Wasser blanchierst, sie schmorst oder gratinierst, oder indem du die Pflanze auf dem Feld bleichst, sodass das Herz heller wird.
Ja, sowohl Frisée als auch Eskariol können roh gegessen werden. Denk nur daran, die Blätter gründlich zu waschen und den harten Strunk zu entfernen. Rohe Frisée ist besonders gut in Salaten mit einem säuerlichen Dressing.
Nein. Endivie und Chicorée sind eng verwandt, aber Endivie bildet eine lockere Blattrosette, während Chicorée einen festen, länglichen Spross bildet. Der Geschmack ist bei beiden bitter, aber die Verwendung unterscheidet sich.
Ja – Endivie ist eine gute Quelle für Folat (B9), das wichtig für die Entwicklung des Fötus ist. Aufgrund des hohen Vitamin-K-Gehalts sollte man jedoch bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten auf eine gleichmäßige Zufuhr achten und Rücksprache mit dem Arzt halten.
Fakten zu Endivie
| Feld | Wert |
|---|---|
| Deutscher Name | Endivie (Frisée und Eskariol) |
| Lateinischer Name | Cichorium endivia |
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Pflanzentyp | Einjähriges/zweijähriges Blattgemüse |
| Höhe | 20-30 cm je nach Sorte |
| Winterhärte | Verträgt leichten Frost; gedeiht in kühlem Klima |
| Licht | Volle Sonne bis Halbschatten |
| Boden | Nährstoffreich, gut durchlässig, pH 6,0-6,5 |
| Säen/Pflanzen | Direktsaat Mai-August; Vorzucht Februar-April; nach dem Frost auspflanzen |
| Blüte/Ernte | Ernte Juli-Oktober je nach Sorte |
| Geschmack | Bitter bis mild; Frisée am bittersten, Eskariol milder und nussig |
| Kulinarische Verwendung | Salate, geschmorte Gerichte, Suppen, Gratins, Wraps |
| Lagerung | Kühlschrank in Tüte 3-4 Tage; hoher Wassergehalt macht sie roh schlecht zum Einfrieren geeignet |