Borretsch ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Raublattgewächse mit sternförmigen, himmelblauen Blüten. Er ist ein Blickfang im Küchengarten, und seine nach Gurke duftenden Blätter und dekorativen Blüten machen ihn beliebt in Getränke und Salaten. Die Pflanze wird auch Gurkenkraut oder Borago genannt, und der lateinische Name lautet Borago officinalis.

Werbung: Die Seite zeigt Anzeigen und enthält Werbelinks (Affiliate-Links). Unsere Werbepartner finden Sie hier.
Doch das starke Wachstum der Pflanze und ihr Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden erfordern Umsicht: Sie sät sich selbst aus, und größere Mengen können die Leber belasten. In diesem Artikel erhältst du ein tiefgehendes Porträt des Borretsch, seiner Geschichte, seiner Verwendung und seines Anbaus in Deutschland – und einen klaren Hinweis dazu, wie man ihn verantwortungsvoll genießt.

Forventet læsetid: 9 Minuten
Geschichte und Herkunft
Von der Antike zu den Klostergärten
Borretsch stammt ursprünglich aus Palästina, Syrien und der südöstlichen Türkei, ist aber in weiten Teilen Europas und des Nahen Ostens eingebürgert. Er wird seit der Antike als Heil- und Küchenkraut angebaut und war bei den Griechen und Römern für seine Fähigkeit bekannt, „das Herz zu erfreuen“; er war Bestandteil von Weinmischungen, die die Stimmung heben sollten. Deutsche Quellen aus dem 19. Jahrhundert erwähnen Borretsch als Teil von Kloster- und Küchengärten, wo er in Kräutersalz, Suppen und medizinischen Auszügen verwendet wurde.
Verbreitung und Volksglaube
Die Pflanze gelangte über das Mittelmeer nach Nordeuropa und verbreitete sich schnell als Gartenpflanze, weil sie leicht anzubauen und selbstaussäend ist. Im Volksglauben wurden die Blüten in einigen Regionen in Sträuße gelegt, um vor bösen Geistern zu schützen, und ein Auszug in Wein wurde als „Mutmacher“ getrunken, der Kriegern Mut verleihen sollte. Heute wird Borretsch sowohl in Küchengärten als auch in Blumenbeeten für seine schönen Blüten und als Insektenpflanze angebaut.
Geschmack und Aroma
Borretsch hat einen frischen, leicht salzigen Geschmack mit einer deutlichen Gurkennote – daher der Name Gurkenkraut. Die Blätter sind mit feinen, steifen Borstenhaaren besetzt, weshalb sie roh am besten fein gehackt verwendet werden. Die sternförmigen blauen Blüten sind mild und leicht süß mit derselben gurkenartigen Frische. Ein wichtiges Küchenprinzip lautet, dass Hitze sowohl Farbe als auch Geschmack zerstört: Sowohl Blätter als auch Blüten sollten daher roh verwendet oder erst ganz zum Schluss zugegeben werden.
Borretsch passt besonders gut zu Gerichten, die einen frischen Kick brauchen:
- Mische fein gehackte Blätter in kalte Kartoffelsuppe oder Gurkensuppe für extra Frische.
- Streue blaue Blüten über frischen Spinatsalat mit Feta und Radieschen.
- Bereite eine Kräutermayonnaise zu, indem du Blätter mit Öl, Zitrone und Eigelb pürierst.
- Verwende Blüten als Garnitur in Cocktails, Limonade und Gin.
- Verfeinere einen Joghurt- oder Quarkdip mit fein gehackten Blättern und Zitronenschale.
Wegen der Härchen ist es von Vorteil, Borretsch mit anderen Kräutern wie Petersilie, Dill oder Basilikum zu mischen, die das Mundgefühl weicher machen.
Kulinarische Verwendung
Vor allem die jungen Blätter und die blauen Blüten werden in der Küche verwendet – und stets in moderaten Mengen. Die Samen enthalten etwa 30 % Öl, wovon rund 20 % Gamma-Linolensäure (GLA) ist, und dieses Borretschöl wird kommerziell für Nahrungsergänzungsmittel und Hautpflege gewonnen.
In der deutschen Küche
Hierzulande werden die frischen Blätter fein gehackt in kalten Suppen, Salaten und Dips verwendet, während die rohen Blüten eine klassische essbare Garnitur auf Salaten, Sommerfrüchten und Desserts sind. Die Blüten lassen sich in Eiswürfeln einfrieren und ergeben dekorative Eisstücke für Sommerdrinks, und sie können einen essbaren blauen Farbstoff abgeben, der Essig oder Getränke färbt.
International
In der englischen Trinktradition sind ganze Blätter und Blüten ein fester Aromageber in Pimm’s und anderen weinbasierten Sommergetränken. In Mikrobrauereien und Brennereien werden die Blüten Gin und Likören für eine charakteristische, würzige Note zugesetzt. Traditionell wurde der blaue Farbstoff aus den Blüten außerdem verwendet, um Liköre und Essig zu färben.
Zubereitung
Borretsch verträgt Hitze nicht gut. Gib die Blätter erst zum Schluss ins Gericht oder verwende sie in kalten Speisen, und lege die Blüten erst kurz vor dem Servieren auf. Getrocknete Blätter verlieren sowohl Farbe als auch Geschmack, weshalb die Pflanze frisch verwendet werden sollte – nur die getrockneten Stängel lassen sich als milder Aromageber für Tee oder Schnaps aufbewahren.
Gesundheitliche Vorteile und Vorbehalte
Traditionelle Eigenschaften
Borretsch ist seit Jahrhunderten Teil der Volksmedizin und galt als stärkendes Kraut, das Melancholie lindern und die Stimmung heben konnte. Die Blätter enthalten Schleimstoffe und wurden traditionell als mild schweißtreibendes, harntreibendes und schleimlösendes Mittel gegen Fieber, Husten und Erkältung verwendet, während zerdrückte Blätter äußerlich auf Schwellungen gelegt wurden. Das Samenöl mit Gamma-Linolensäure wird heute in Nahrungsergänzungsmitteln und in der Hautpflege verwendet.
Wichtiger Vorbehalt zu Pyrrolizidinalkaloiden
Die ganze Pflanze – nicht aber das gereinigte Samenöl – enthält geringe Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden, die in großen Mengen die Leber belasten und schädigen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft Borretsch als bedenklich ein und rät von größerem Verzehr ab. In normalen Küchenmengen – einige Blätter oder Blüten als Garnitur – ist der Gehalt gering, doch die Pflanze sollte in moderaten Mengen und nicht als tägliche Kost genossen werden. Schwangere und Stillende sowie Personen mit Leberproblemen sollten den Verzehr von Blättern und Blüten ganz vermeiden, und eine medizinische Anwendung sollte nur in Absprache mit einer Fachperson erfolgen.
Anbau
Borretsch ist eines der am leichtesten anzubauenden Küchenkräuter. Er gedeiht in gewöhnlicher Gartenerde, bevorzugt aber trockene, sonnige Bedingungen und gut durchlässigen Boden und kommt besonders gut auf mageren, kalkreichen Sandböden zurecht, wo die Blütenfarbe tiefer blau wird. Die Pflanze ist dank einer kräftigen Pfahlwurzel trockenheitstolerant, und obwohl sie einjährig ist, kommt sie durch Selbstaussaat jedes Jahr wieder. Sie verträgt eine breite pH-Skala von 4,8–8,3 und lässt sich in Töpfen kultivieren, sofern der Topf tief genug für die Wurzel ist.
So baust du Borretsch an
Gesamtzeit: 1 Saison
- Direkt säen
Borretsch entwickelt eine starke Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen schlecht. Säe die Samen daher direkt am Standort im April-Mai, 1-2 cm tief, wenn der Boden warm ist. Die Samen keimen in etwa 10 Tagen.
- Ausdünnen
Wenn die Keimlinge 2-3 Blätter haben, werden sie auf 25-30 cm zwischen den Pflanzen ausgedünnt, damit sie sich ausbreiten können. Die Pflanze wird bis zu 70 cm hoch.
- Licht, Boden und Wasser
Wähle einen hellen Standort mit voller Sonne und trockenem, gut durchlässigem Boden. Gieße nur in trockenen Perioden für eine stärkere Blüte und vermeide Überwässerung, da die Wurzeln sonst faulen können. Düngung ist selten nötig.
- Blätter und Blüten ernten
Ernte die jüngeren Blätter, wenn die Pflanzen 15-20 cm hoch sind, und verwende sie sofort. Pflücke die Blüten am Morgen, wenn sie gerade geöffnet sind, für die intensivste Farbe.
- Selbst aussäen lassen
Lass einige Samenstände über den Winter stehen, damit die Pflanze sich selbst aussät und im nächsten Frühjahr wiederkommt. Samen säen sich am besten aus, wenn der Boden durch Hacken oder Jäten leicht gestört wird.
Achte auf Mehltau, der oft in trockenen Perioden am Ende der Saison auftritt; gute Luftzirkulation und Gießen am Morgen beugen vor. Beachte, dass die eifrige Selbstaussaat Borretsch auch zu einem unerwünschten Unkraut machen kann, weshalb es klug sein kann, seinen Platz im Garten zu begrenzen.
Verwechslung und Qualität
Borretsch kann mit anderen Raublattgewächsen verwechselt werden, besonders mit der Gemeinen Ochsenzunge (Anchusa officinalis) und dem Echten Beinwell (Symphytum officinale), die ebenfalls behaarte Blätter und blaue Blüten haben. Borretsch erkennt man jedoch an seinen radförmigen Sternblüten und nach Gurke duftenden Blättern. Eine Verwechslung mit giftigen Pflanzen ist selten, aber iss nur Pflanzen, die du mit Sicherheit identifizieren kannst – insbesondere, weil Borretsch selbst leberbelastende Stoffe enthält.
Borretsch wird selten als frisches Kraut in Supermärkten verkauft, ist aber als Jungpflanze oder Samentütchen in Gärtnereien und auf Märkten erhältlich. Wähle Pflanzen mit gesunden, grünen Blättern ohne gelbe Flecken und mit frischen Blütenknospen und meide Pflanzen mit weißen Mehltauflecken.
Aufbewahrung
Die jüngsten Blätter sind am zartesten und werden von Frühjahr bis Mittsommer laufend gepflückt. Sie sollten sofort verwendet werden, da sie schnell Geschmack und Farbe verlieren.
- Blüten werden von Juni bis August geerntet und am selben Tag verwendet oder in Eiswürfelbehältern für die spätere Verwendung eingefroren.
- Getrocknete Stängel lassen sich in Gläsern aufbewahren und als milder Aromageber für Tee oder Schnaps verwenden.
- Samen reifen unregelmäßig; ernte die Samenstände, lass sie trocken nachreifen und bewahre die Samen kühl auf. Sie sind zwei bis drei Jahre keimfähig.
Probiere dieses Rezept
Die blauen Sternblüten des Borretsch sind eine der schönsten essbaren Garnituren, die du auf ein Dessert legen kannst. Streue kurz vor dem Servieren einige frische Blüten über ein cremiges Sommerdessert – so erhältst du sowohl ein Farbenspiel als auch einen dezenten Gurkenhauch. Probiere sie zu einem Erdbeertraum im Airfryer – luftiger Mandelboden mit cremiger Erdbeermousse.
Ausstattung und Produkte
Borretsch ist ein klassischer Aromageber in gin- und beerenbasierten Sommerdrinks, bei denen die blauen Blüten als Garnitur oben auf dem Glas schwimmen. Ein Beerenlikör bietet einen guten Ausgangspunkt für solche Getränke, und frische Borretschblüten obenauf heben sowohl Farbe als auch Aroma. Sieh dir Bloom – Erdbeer-Gin-Likör im Shop an.
Quellen und weiterführende Literatur
- Deutsche Wikipedia über Borretsch für die botanische Beschreibung, Herkunft und Warnhinweise.
- Historische Pflanzen (Kräuterlexikon) für Anbautipps und historische Verwendungen.
- Useful Temperate Plants Database für Informationen über Anbau, essbare Teile, medizinische Eigenschaften und Samenöl.
Häufig gestellte Fragen
Borretsch ist ein einjähriges Kraut, das keinen Frost überlebt. Er sichert sein Fortbestehen durch Selbstaussaat – lässt du einige Samenstände stehen, tauchen im nächsten Jahr neue Pflanzen auf.
Blätter und Blüten können in kleinen Mengen gegessen werden, doch die Pflanze gilt als bedenklich und enthält Pyrrolizidinalkaloide, die für die Leber schädlich sein können. Verwende sie nur sparsam und meide sie bei Schwangerschaft, Stillzeit oder Leberproblemen.
Säe die Samen direkt am Standort im April-Mai und bedecke sie leicht. Halte den Boden feucht, bis sie keimen. Vermeide das Umpflanzen, da die Pfahlwurzel empfindlich ist.
Ja, aber der Topf muss tief sein, um die lange Pfahlwurzel aufzunehmen. Verwende gut durchlässige Erde, gieße regelmäßig, aber vermeide stehendes Wasser. Die Pflanze kann hoch werden, sorge also für Stütze.
Die frisch gehackten Blätter werden kalten Suppen, Salaten und Dips zugegeben, während sich die Blüten als Garnitur auf Kuchen, Salaten und Getränke eignen. Ganze Blätter werden auch in Getränke wie Pimm’s verwendet. Verwende die Pflanze immer roh, da Hitze Farbe und Geschmack zerstört.
Fakten über Borretsch
| Feld | Wert |
|---|---|
| Deutscher Name | Borretsch (Gurkenkraut, Borago) |
| Lateinischer Name | Borago officinalis |
| Familie | Raublattgewächse (Boraginaceae) |
| Pflanzentyp | Einjährig (selbstaussäend) |
| Höhe | 60–70 cm |
| Winterhärte | Einjährig; überlebt keinen Frost, sät sich aber selbst aus |
| Licht | Volle Sonne / Halbschatten |
| Boden | Trocken, gut durchlässig, sandig oder steinig; pH 4,8–8,3 |
| Säen/Pflanzen | Direktsaat April–Mai oder September |
| Blüte | Mai–Oktober |
| Ernte | Mai–September (Blätter und Blüten) |
| Geschmack | Frisch, salzig und gurkenartig |
| Kulinarische Verwendung | Salate, kalte Suppen, Getränke, essbare Garnitur |
| Vorbehalt | Enthält Pyrrolizidinalkaloide; in moderaten Mengen genießen, bei Schwangerschaft/Stillzeit meiden |
| Aufbewahrung | Frisch verwenden; Blätter verlieren beim Trocknen schnell an Geschmack. Samen bis zur nächsten Saison trocknen |