Die Pastinake ist eines der Wurzelgemüse, auf die ich mich am meisten freue, wenn der Herbst beginnt. Die helle, kegelförmige Wurzel mit dem lateinischen Namen Pastinaca sativa hat eine Süße und eine nussige Tiefe, die kaum ein anderes Wintergemüse wirklich erreicht — und sie wird erst richtig gut, wenn der erste Frost über die Felder gezogen ist.

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Jahrelang stand die Pastinake ein wenig im Schatten von Karotten und Kartoffeln in den deutschen Küchen, aber zum Glück feiert sie gerade ein starkes Comeback. Sie ist günstig, haltbar, einfach im Anbau, und im Airfryer wird es mit ihr fast nie langweilig — die trockene Hitze lässt den Zucker in der Wurzel an den Kanten karamellisieren.
In diesem Beitrag erfährst du die Geschichte der Pastinake, wie sie schmeckt, was sie in der Küche kann, wie du sie anbaust und lagerst — und die Antworten auf die Fragen, die mir am häufigsten zur süßen Wurzel des Winters gestellt werden.
Geschätzte Lesezeit: 11 Minuten
Geschichte und Herkunft
Von der Wildpflanze zur Kulturpflanze
Die Pastinake wächst wild in Mittel- und Südeuropa und wird seit mehreren tausend Jahren angebaut. Sie ist kein Modegemüse, das gerade erst aufgetaucht ist: Über weite Teile der europäischen Geschichte war die Pastinake ein wesentlicher Bestandteil der Alltagskost, gerade weil sie sättigend und haltbar ist und noch aus dem Boden geholt werden kann, wenn der Rest des Gartens längst Winterschlaf hält.
Die Sorten, die wir heute kaufen, sind nicht ganz dieselben wie die Wildpflanze. Kultivierte Pastinaken wurden auf eine größere, fleischigere Wurzel gezüchtet — und auf einen weniger scharfen Pflanzensaft als bei ihrer wilden Verwandten. Das solltest du dir merken, falls du in der Natur auf wilde Pastinake stößt: Sie muss mit größerer Vorsicht behandelt werden als die, die du aus dem eigenen Gemüsegarten holst.

Pastinake in Dänemark
In Dänemark ist die Pastinake seit dem Mittelalter bekannt, hielt jedoch nicht als Gemüse Einzug in die Küche. Ursprünglich wurde sie als Heilkraut verwendet, und erst später fand sie ihren Weg in die Töpfe und auf die Backbleche. Botanisch gehört sie zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae), zusammen mit unter anderem Karotte, Sellerie und Petersilie — eine Familie, die man schnell an den großen, flachen Blütendolden erkennen lernt.
Ich beobachte gerade, dass die Pastinake ihre Renaissance in den dänischen Küchen erlebt. Sie passt perfekt zu der Art, wie dort heute gekocht wird: einfache Zutaten, hohe Hitze und eine Süße, die nicht aus der Zuckerdose kommt.
Geschmack und Aroma
Süße, die mit dem Frost kommt
Das Wichtigste, was du über den Geschmack der Pastinake wissen musst, ist, dass er sich im Laufe der Saison verändert. Wenn die Kälte einsetzt, wandelt die Pflanze einen Teil ihrer Stärke in Zucker um, und die Wurzel wird spürbar süßer. Eine Pastinake, die nach dem ersten Frost in der Erde gestanden hat, schmeckt einfach anders als eine, die früh geerntet wurde.
Deshalb ist es kein Zufall, dass die Pastinake eine typische Winterzutat ist. Die Süße ist ein direkter Gewinn davon, die Wurzel dort zu lassen, wo sie steht — und das ist auch der Grund, warum ich meine besten Pastinakengerichte immer für Dezember und Januar aufhebe.
Aroma und Textur
Geschmacklich liegt die Pastinake irgendwo zwischen Karotte und Petersilienwurzel, aber mit einer ganz eigenen, nussigen und leicht würzigen Note. Roh ist das Fruchtfleisch fest und knackig, fast wie eine feste Birne in der Konsistenz. Unter Hitze fällt es zu etwas Weichem und Cremigem zusammen, während die Ränder dunkel und karamellig werden.
Genau dieser Kontrast zwischen dem weichen Kern und der karamellisierten Oberfläche macht die Pastinake so dankbar im Airfryer. Die trockene, zirkulierende Hitze ist wie gemacht für diese Aufgabe.
Kulinarische Verwendung
In der deutschen Küche
Die Pastinake ist eines der vielseitigsten Wurzelgemüse, die wir haben. Sie kann gebacken, gekocht, geschmort, püriert und roh gegessen werden, und sie funktioniert sowohl als Hauptzutat als auch als die Komponente, die einer Mischung aus anderem Wurzelgemüse Tiefe verleiht. Hier sind die Klassiker, zu denen ich immer wieder zurückkehre:
- Ofenpastinake: allein oder in einer Mischung aus Wurzelgemüse — die einfachste und beste Art, die Zutat kennenzulernen.
- Pastinakensuppe: cremig und süß, ganz ohne Sahne in der Hauptrolle.
- Geschmorte Pastinake und Gratins: die Antwort des Winters auf Comfort Food.
- Roh gerieben im Salat: knackig, süß und ein frischer Kontrast zu schweren Wintergerichten.
International
Außerhalb Deutschlands wird die Pastinake vor allem mit der britischen Küche in Verbindung gebracht, wo honigglasierte Pastinaken ein fester Bestandteil des Sonntagsbratens und des Weihnachtsessens sind. Man findet sie auch als Mus oder Püree, in dem die Süße die Hauptrolle spielt, sowie als dünn geschnittene Pastinaken-Chips.
Im Airfryer
Schneide die Wurzeln in gleichmäßige Stücke, damit sie gleichzeitig gar werden — die Pastinake ist oben am dicksten und läuft unten spitz zu, also teile das breite Ende ruhig der Länge nach. Wende die Stücke in etwas Öl, gib ihnen Platz im Korb, statt sie zu stapeln, und schüttle den Korb zwischendurch.
Salze erst ganz zum Schluss, wenn sie heiß aus dem Airfryer kommen. So zieht das Salz unterwegs keine Flüssigkeit aus den Stücken, und die Süße tritt schärfer hervor. Hast du sowohl Pastinake als auch Karotten im Korb, denk daran, dass die Pastinake in der Regel etwas schneller gar wird.
Gesundheitliche Vorteile
Nährwerte pro 100 g
Pastinake enthält etwa 63 kcal pro 100 g. Das ist mehr als viele andere Gemüsesorten, aber weniger als Kartoffeln — dafür bekommst du einen ordentlichen Ballaststoffgehalt gleich mit dazu:
- Ballaststoffe: ca. 4,5 g pro 100 g
- Kohlenhydrate: ca. 10,2 g pro 100 g
- Eiweiß: ca. 2,1 g pro 100 g
- Fett: ca. 0,5 g pro 100 g
- Vitamin C: ca. 6 mg pro 100 g
- Folat: ca. 67 µg pro 100 g
- Kalium: hoher Gehalt
- Außerdem: Vitamin B2, Vitamin E und Niacin
Ballaststoffe und Sättigung
Der Ballaststoffgehalt ist meiner Meinung nach die größte Stärke der Pastinake im Alltagsessen. Es ist ein Gemüse, das wirklich sättigt und deshalb einen Teller tragen kann, ohne dass man ihn zur Hälfte mit Kartoffeln oder Reis auffüllen muss.
Gut zu wissen
Die Pastinake ist mit Sellerie und Karotten verwandt, und Menschen, die allergisch auf diese reagieren, können in seltenen Fällen auch auf Pastinake reagieren. Bist du allergisch gegen Doldenblütler, solltest du vorsichtig sein.
Anbau
Wachstumsbedingungen
Die Pastinake ist eine der geduldigsten Pflanzen im Gemüsegarten. Sie braucht Zeit, verlangt aber unterwegs nicht viel Pflege — und sie verträgt Kälte besser als so gut wie alles andere, was du im Freiland aussäen kannst.
- Boden: Sandboden bis Lehmboden, am besten lehmhaltig und tiefgründig humos — und tief gelockert, da die Wurzel meist 12-20 cm lang wird.
- Licht: Sonne bis Halbschatten.
- Winterhärte: sehr frosttolerant und kann im Boden überwintern.
- Klima: gedeiht in kühlem Klima — eine naheliegende Pflanze für die Bedingungen in Deutschland.
Von der Aussaat bis zur Ernte
Pastinake wird von April bis Mai direkt ins Freiland gesät und ab September geerntet. Es vergeht also eine ganze Saison, bevor du die erste Wurzel ziehen kannst — dafür kann sich die Ernte aber bis weit ins folgende Frühjahr hinziehen.
Gesamtzeit: 4-5 Monate
- Den Boden tief lockern
Grabe das Beet tief in lehmhaltiger, tiefgründig humoser Erde um. Die Wurzel der Pastinake wird meist 12-20 cm lang und muss gerade nach unten wachsen können, ohne auf Steine zu stoßen.
- Direkt ins Freiland säen
Säe die Samen von April bis Mai direkt ins Freiland an einem Platz mit Sonne bis Halbschatten. Pastinake wird an Ort und Stelle ausgesät und nicht verpflanzt.
- Gießen und Unkraut fernhalten
Halte den Boden gleichmäßig feucht, während die Samen keimen, und jäte sorgfältig, bis das Laub den Boden von selbst bedeckt. Trage Handschuhe, wenn du in der Nähe der Blätter arbeitest.
- Nach dem Frost ernten
Ernte ab September bis ins Frühjahr. Lässt du die Wurzeln über den Winter in der Erde, wird Stärke in Zucker umgewandelt, und die Pastinake wird süßer.

Vorsicht mit dem Pflanzensaft
Es gibt eine Sache, die du bei der Pastinake ernst nehmen solltest: Die gesamte Pflanze enthält einen Pflanzensaft, der bei Kontakt Verbrennungen und Hautreaktionen auslösen kann. Wilde Pastinake ist stärker als die kultivierten Sorten, aber das Prinzip ist dasselbe. Trage Handschuhe, wenn du das Laub anfasst, und reiß die Blätter an einem sonnigen Tag nicht mit bloßen Händen ab. Die Wurzel selbst, die du isst, ist nicht das Problem.
Aufbewahrung
Lass sie in der Erde
Der beste Aufbewahrungsort für Pastinake ist dort, wo sie steht. Die Wurzel kann den ganzen Winter über in der Erde bleiben und bei Bedarf herausgeholt werden, und sie wird dabei, wie erwähnt, nur süßer. Hast du einen eigenen Garten, ist das sowohl die einfachste als auch die schmackhafteste Lösung.
Nach der Ernte
Sobald die Wurzeln herausgeholt wurden, sollten sie kühl und feucht gelagert werden. Kühl und feucht gelagert hält sich Pastinake mehrere Wochen.
- Kühl und feucht: Pastinake trocknet leicht aus und wird in trockener Luft schlaff.
- Laub abschneiden: die Blätter ziehen Feuchtigkeit aus der Wurzel.
- Erst kurz vor der Verwendung waschen: die Erde auf der Schale schützt während der Lagerung.
- Festigkeit prüfen: eine weiche, gummiartige Wurzel hat zu viel Wasser verloren.
Probiere dieses Rezept
Die Süße der Pastinake wird durch die trockene Hitze des Airfryers verstärkt, und sie braucht Fett und Kräuter als Gegenspieler, damit sie nicht zu süß wird. Genau diese Balance trifft Hasselback-Wurzelgemüse im Airfryer – knusprige Fächer mit Butter, Knoblauch und frischen Kräutern, wo die dünnen Schnitte viele knusprige Kanten pro Wurzel ergeben. Ich tausche gerne einen Teil des Wurzelgemüses gegen Pastinake aus, wenn sie nach dem Frost Saison hat.
Ausrüstung und Produkte
Süße braucht Salz als Gegenspieler, und ein gutes Salz ist das einfachste Werkzeug, um die karamelligen Töne der Pastinake hervorzuheben. Ich streue Kartoffelsalz Vestjyske Delikatesser über die Wurzeln, direkt wenn sie heiß aus dem Korb kommen — es ist für Wurzelgemüse gedacht und passt zu Pastinake genauso gut wie zu Kartoffeln. Ansonsten ist die Ausrüstungsliste kurz: ein scharfer Schäler, ein solides Schneidebrett und ein Paar Gartenhandschuhe, falls du selbst erntest.
Häufig gestellte Fragen
Wenn die Kälte einsetzt, wandelt die Pflanze einen Teil ihrer Stärke in Zucker um. Deshalb schmeckt eine Pastinake, die nach dem ersten Frost in der Erde gestanden hat, deutlich süßer als eine, die früh in der Saison geerntet wurde.
Die Ernte beginnt im September, und die Wurzel kann den ganzen Winter über in der Erde bleiben und bis ins Frühjahr herausgeholt werden. Die Hauptsaison ist von September bis März, und der Geschmack ist nach Frost am besten.
Große, grobe Wurzeln schäle ich immer, während ganz junge und feine Wurzeln einfach sauber geschrubbt werden können. Das ist eher Geschmackssache als eine feste Regel.
Ja. Roh gerieben in einem Salat ist Pastinake knackig und süß und ein guter Kontrast zu schweren Wintergerichten. Es sind das Laub der Pflanze und ihr Saft, bei denen du vorsichtig sein musst, nicht die Wurzel selbst.
Pastinake ist die kräftigere Wurzel mit breiter Schulter und einem süßen, nussigen Geschmack. Petersilienwurzel ist schlanker und schmeckt deutlich nach Petersilie. Sie gehören zur selben Pflanzenfamilie und werden in der Gemüseabteilung oft verwechselt.
Fakten zu Pastinake
| Feld | Wert |
|---|---|
| Deutscher Name | Pastinake |
| Lateinischer Name | Pastinaca sativa |
| Familie | Doldenblütler (Apiaceae) |
| Pflanzentyp | Wurzelgemüse mit kräftiger Pfahlwurzel, 12-20 cm |
| Höhe | Blattschopf 30-50 cm; Blütenstängel im zweiten Jahr bis zu ca. 1,5 m |
| Winterhärte | Sehr frosttolerant; kann im Boden überwintern |
| Licht | Sonne bis Halbschatten |
| Boden | Sandboden bis Lehmboden; am besten lehmhaltig, tiefgründig humos und tief gelockert |
| Aussaat/Pflanzung | Direktsaat ins Freiland im April-Mai |
| Blüte/Ernte | Ernte von September bis ins Frühjahr; am besten nach Frost |
| Kalorien pro 100 g | 63 kcal |
| Geschmack | Süß, nussig und leicht würzig; süßer nach Frost |
| Kulinarische Verwendung | Im Ofen und im Airfryer gebacken, Suppe, Schmorgerichte und Gratin, roh gerieben im Salat |
| Aufbewahrung | Kann den ganzen Winter über in der Erde bleiben; nach der Ernte kühl und feucht |