Petersilienwurzel ist eine der Wurzeln, die ich von September und den ganzen Winter über immer in der Gemüseschublade liegen habe. Sie sieht aus wie eine blasse Karotte, schmeckt aber ganz anders: nussig, leicht süßlich und mit einem deutlichen Petersilienduft, der sofort verrät, aus welcher Familie sie stammt. Botanisch heißt sie Petroselinum crispum var. tuberosum und ist schlicht und einfach eine Wurzelform der gewöhnlichen Petersilie, von der wir sonst die Blätter schneiden.

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In vielen dänischen Küchen fristet die Petersilienwurzel ein stilles Dasein als Suppenwurzel — ein anonymer Posten im Suppengrün neben Lauch, Karotte und Sellerie. Das finde ich schade. Die Wurzel kann weit mehr, als nur einer Brühe Geschmack zu verleihen, und besonders im Airfryer entfaltet sie eine Süße und eine Knusprigkeit, die Kochen niemals hervorbringt.
Hier bekommst du die ganze Geschichte der Petersilienwurzel: woher sie kommt, wie sie schmeckt, was sie in der Küche kann, wie du sie in deinem eigenen Garten anbaust, und wie du sie lagerst, damit sie den Winter übersteht.
Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten
Geschichte und Herkunft
Eine Wurzel der Petersilie
Die Petersilienwurzel ist keine eigenständige Art, sondern eine Varietät der gewöhnlichen Petersilie, bei der die Züchtung auf die Wurzel statt auf die Blätter ausgerichtet wurde. Daher der Name Petroselinum crispum var. tuberosum. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler, den Apiaceae, und hat damit Karotte, Pastinake, Sellerie, Dill und Kerbel als nahe Verwandte — eine Verwandtschaft, die man sich deutlich herausschmecken kann.
Der Anbau ist in Nordeuropa zu Hause, wo die Petersilienwurzel über Generationen genau das war, was der nordische Küchengarten brauchte: eine robuste Wurzel, die bis weit in den Winter hinein in der Erde oder in der Miete bleiben konnte und Suppen und Eintöpfen Geschmack verlieh, wenn sonst nicht mehr viel Grünes übrig war.

Sorten mit Wurzeln bis ins Jahr 1727
Die Petersilienwurzel ist kein neumodisches Gemüse. Es gibt dokumentierte Sorten, die bis in die Jahre 1727 und 1873 zurückreichen, und das zeigt, wie fest die Wurzel über Jahrhunderte in den nordeuropäischen Küchengärten verankert war.
Hamburg parsley und Wurzelpetersilie
International kennt man die Petersilienwurzel unter Namen, die direkt auf ihre Doppelnatur hinweisen. Auf Englisch heißt sie Hamburg parsley, auf Deutsch Wurzelpetersilie — wörtlich Wurzel-Petersilie. Beide Namen erinnern daran, dass wir es mit Petersilie zu tun haben, nur von der Erdoberfläche und abwärts betrachtet.
Geschmack und Aroma
Nuss, Süße und Petersilie
Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Pastinake und Sellerie, aber mit einer ganz deutlichen Petersilien-Note obendrauf. Sie ist nussig und leicht süßlich, und die Süße tritt noch deutlicher hervor, wenn die Wurzel die ersten kalten Herbstnächte im Boden verbracht hat.
Roh oder gegart
Roh und fein gerieben ist die Petersilienwurzel frisch und fast pfeffrig in der Kante, mit einer Knusprigkeit, die einem Wintersalat gut zu Gesicht steht. Hitze verändert sie deutlich: Kochen macht sie weich und mild, während Braten und Airfryer den Zucker konzentrieren und karamellisierte Ränder sowie einen tieferen, gerösteten Nussgeschmack hervorbringen.
Das Grün zählt auch
Vergiss die Blätter nicht. Das Grün der Petersilienwurzel lässt sich genau wie glatte Petersilie verwenden — gehackt über das fertige Gericht, in ein Pesto gerührt oder zusammen mit der Wurzel in der Suppe mitgekocht. Es ist eines der wenigen Gemüse, bei denen du wirklich zwei Zutaten für den Preis einer bekommst.
Kulinarische Verwendung
Die Petersilienwurzel ist eine der vielseitigsten Wurzeln im Winterhalbjahr, gerade weil sie sowohl Geschmack tragen als auch selbst Geschmack geben kann.
In der dänischen Küche
Hierzulande ist die Petersilienwurzel vor allem als Suppenwurzel bekannt. Sie ist fester Bestandteil des Suppengrüns zusammen mit Lauch, Karotte und Sellerie, wo sie der klassischen dänischen Suppe ihre runde, kräuterartige Basis verleiht. Aber sie verdient es auch, allein auf dem Teller zu stehen.
- Suppenwurzel: fester Bestandteil des Suppengrüns in der klassischen dänischen Suppe.
- Stampf und Püree: gekocht und gestampft, gerne halb und halb mit Kartoffel.
- Gebraten oder ofengebacken: in Spalten oder dicken Scheiben als Beilage zu den meisten Fleischgerichten.
- Roh im Salat: fein gerieben oder in hauchdünne Scheiben geschnitten.
- Das Grün: gehackt und wie glatte Petersilie verwendet.
International
In Deutschland ist die Petersilienwurzel ein fester Bestandteil des Suppengrüns, dem fertig gebundenen Bund an Suppengemüse, der beim Kochen von Fond mit in den Topf wandert. In Polen ist pietruszka korzeniowa aus der klaren Hühnersuppe rosół nicht wegzudenken, und die Wurzel taucht in vielen ost- und mitteleuropäischen Suppen wieder auf. In kleine Würfel geschnitten verschwindet sie unauffällig in Eintöpfen, Lasagne und Chili-Gerichten, wo sie für Fülle sorgt, ohne sich als eigenständiges Gemüse bemerkbar zu machen.
Im Airfryer
Der Airfryer ist meiner Meinung nach der beste Freund der Petersilienwurzel. Die trockene, zirkulierende Hitze entzieht der Oberfläche Feuchtigkeit und konzentriert die Süße, und weil die Wurzel schlanker ist als eine Pastinake, wird sie schnell gar. Schneide sie in fingerdicke Spalten, wende sie in Öl, Salz und etwas Thymian, und lass sie richtig Farbe annehmen. Die Schale kann gut dranbleiben, wenn die Wurzel gut geschrubbt ist.
Gesundheitliche Vorteile
Eine leichte Winterwahl
Die Petersilienwurzel ist ein sättigendes Gemüse, ohne schwer im Magen zu liegen. Sie liefert 55 kcal pro 100 g, entsprechend 232 kJ, und der Fettgehalt ist sehr niedrig. Besonders die Ballaststoffe sind einen Blick wert.
- Energie: 55 kcal (232 kJ) pro 100 g.
- Ballaststoffe: 4,3 g pro 100 g.
- Protein: 2,3 g pro 100 g.
- Kohlenhydrate: 8 g pro 100 g.
- Fett: 0,6 g pro 100 g.
Ballaststoffe und Sättigung
4,3 g Ballaststoffe pro 100 g sind ordentlich für eine Wurzel, und die Ballaststoffe sind ein großer Teil der Erklärung dafür, dass eine Portion ofengebackene Petersilienwurzel besser sättigt, als die Kalorienzahl vermuten lässt. Gleichzeitig machen die 8 g Kohlenhydrate pro 100 g die Wurzel zu einer naheliegenden Alternative zur Kartoffel im Püree.
Vorsicht bei Sellerieallergie
Die Petersilienwurzel gehört zur Familie der Doldenblütler, und das ist gut zu wissen, wenn du eine Sellerieallergie hast. Es besteht die Möglichkeit einer Kreuzreaktion zwischen Pflanzen derselben Familie, also sei vorsichtig, wenn du Gästen mit bekannter Sellerieallergie servierst.
Anbau
Petersilienwurzel ist dankbar im Anbau, verlangt aber am Anfang Geduld. Die Samen sind notorisch langsam beim Keimen, und das ist der häufigste Grund, warum Leute nach dem ersten Versuch aufgeben.
Aussaat und Keimung
Sie wird direkt im Freiland von Mitte April bis etwa zum 1. Juni ausgesät, wenn die Bodentemperatur mindestens 8-10 °C beträgt. Danach heißt es: Geduld haben — die Keimzeit beträgt bis zu 28 Tage. Hast du die Samen vorgekeimt oder über Nacht eingeweicht, kannst du stattdessen mit etwa 14 Tagen rechnen.
Boden und Wuchsbedingungen
Die Wurzel steht am liebsten in Sandboden statt in Lehmboden, auch wenn Lehmboden durchaus möglich ist. Ein lockerer, tiefgründig bearbeiteter und steinfreier Boden ergibt die schönsten, geraden Wurzeln, und der pH-Wert sollte bei etwa 6,5-7,5 liegen.
- Aussaat: direkt im Freiland, Mitte April bis ca. 1. Juni.
- Bodentemperatur: mindestens 8-10 °C bei der Aussaat.
- Keimzeit: bis zu 28 Tage; ca. 14 Tage bei vorgekeimtem oder eingeweichtem Samen.
- Boden: Sandboden wird Lehmboden vorgezogen; Lehmboden ist möglich.
- pH-Wert: ca. 6,5-7,5.
- Winterhärte: verträgt keinen Frost — Beet abdecken oder Wurzeln ernten.
Ernte und Überwinterung
Die Petersilienwurzel ist ab September erntereif und kann über den Herbst und Winter hinweg geerntet werden. Sie verträgt keinen Frost, also deckst du entweder das Beet ab, oder du nimmst die Wurzeln heraus, bevor der Frost einsetzt. Mit einer dicken Laubschicht über dem Beet kann sie gut im Boden überwintern, und das ist die einfachste Art, bis weit in den Winter hinein frische Wurzeln zur Verfügung zu haben.
Gesamtzeit: 5-6 Monate
- Beet vorbereiten
Grabe das Beet tief um und lockere die Erde. Die Petersilienwurzel bevorzugt einen leichten, steinfreien Sandboden mit einem pH-Wert um 6,5-7,5, damit die Wurzeln gerade nach unten wachsen können, ohne sich zu teilen.
- Samen säen
Säe direkt im Freiland von Mitte April bis etwa zum 1. Juni, wenn die Bodentemperatur mindestens 8-10 °C beträgt. Weiche die Samen gerne über Nacht ein, damit die Keimung schneller geht.
- Auf die Keimung warten
Halte den Boden gleichmäßig feucht. Die Keimung dauert bis zu 28 Tage, oder etwa 14 Tage, wenn die Samen vorgekeimt oder eingeweicht wurden. Markiere die Reihe, damit du die kleinen Pflanzen nicht versehentlich ausjätest.
- Vereinzeln und pflegen
Vereinzle die Pflanzen, damit jede Wurzel Platz bekommt, um dick zu werden, und halte das Beet den Sommer über unkrautfrei.
- Ernten und vor Frost schützen
Ernte ab September und über den Herbst hinweg. Die Petersilienwurzel verträgt keinen Frost, also decke das Beet mit einer dicken Laubschicht ab, wenn die Wurzeln über den Winter im Boden bleiben sollen.

Lagerung
Wie Karotten
Petersilienwurzel wird im Grunde wie Karotten gelagert. Das Wichtigste ist, dass sie frostfrei und kühl steht und nicht austrocknen darf. Die Saison läuft von September bis März, und es ist gerade die Lagerung, die diese lange Saison möglich macht.
Miete und Sandkisten
Die klassische Methode ist die Miete oder Kisten mit leicht feuchtem Sand. Die Wurzeln werden schichtweise gelegt, sodass sie sich nicht berühren, und der Sand hält genau die Feuchtigkeit, die die Wurzel braucht, ohne dass sie fault. Das ist immer noch der beste Weg, eine größere Ernte über den Winter frisch zu halten.
- Frostfrei: Die Petersilienwurzel verträgt keinen Frost, weder im Beet noch im Lager.
- Miete oder Sandkiste: Lege die Wurzeln schichtweise in leicht feuchten Sand.
- Grün entfernen: Drehe die Blätter vor der Lagerung ab, damit sie der Wurzel keine Feuchtigkeit entziehen.
- Im Kühlschrank: Verpacke die Wurzel, damit sie nicht austrocknet.
- Saison: September bis März, wo die Wurzel den Winter über Lagerware ist.
Probier dieses Rezept
Die Süße der Petersilienwurzel kommt am besten zur Geltung, wenn sie trockene Hitze und etwas Fett bekommt — genau das, wofür ein Airfryer gebaut ist. Schneide die Wurzel zusammen mit Karotte und Pastinake in Fächer, und du bekommst einen Teller Wintergemüse mit knusprigen Rändern und weichem Inneren. Probier unser Rezept für Hasselback-Wurzelgemüse im Airfryer – knusprige Fächer mit Butter, Knoblauch und frischen Kräutern, wo die Petersilienwurzel genauso gut funktioniert wie die anderen Wurzelgemüse in der Form.
Ausrüstung und Produkte
Wurzelgemüse braucht Salz, um nach etwas zu schmecken. Das Salz holt die Süße hervor und macht den Unterschied zwischen langweilig und unwiderstehlich, und ich würze meine Petersilienwurzel-Spalten immer, bevor sie in den Korb wandern. Ein grobkörniges Gewürzsalz erledigt das in einem Handgriff: Kartoffelsalt Vestjyske Delikatesser ist genau für diese Art von Wurzelgemüse gemacht und funktioniert auf Petersilienwurzel genauso gut wie auf Kartoffeln.
Häufig gestellte Fragen
Petersilienwurzel ist eine Wurzelform der gewöhnlichen Petersilie und hat ein deutliches Petersilienaroma mit nussiger Süße. Pastinake ist eine andere Art, meist kräftiger und kegelförmiger, und sie schmeckt süßer und würziger. Die Petersilienwurzel ist typischerweise schlanker und heller.
Ja. Die Blätter lassen sich genau wie glatte Petersilie verwenden, zum Beispiel gehackt über das fertige Gericht, in ein Pesto gerührt oder zusammen mit der Wurzel in der Suppe mitgekocht.
Die Petersilienwurzel ist ab September erntereif und den Winter über Lagerware. Die deutsche Saison läuft von September bis März.
Das ist nicht nötig, wenn die Wurzel gut geschrubbt ist. Die Schale ist dünn und wird im Airfryer knusprig. Schäle sie, wenn du ein ganz helles und glattes Püree möchtest.
Nein. Die Petersilienwurzel verträgt keinen Frost, also müssen die Wurzeln entweder herausgenommen oder abgedeckt werden. Mit einer dicken Laubschicht über dem Beet kann sie im Boden überwintern.
Fakten zur Petersilienwurzel
| Feld | Wert |
|---|---|
| Deutscher Name | Petersilienwurzel |
| Lateinischer Name | Petroselinum crispum var. tuberosum |
| Familie | Apiaceae (Doldenblütler) |
| Pflanzentyp | Wurzelgemüse, Wurzelform der gewöhnlichen Petersilie |
| Winterhärte | Verträgt keinen Frost; kann unter einer dicken Laubschicht im Boden überwintern |
| Boden | Sandboden statt Lehmboden, pH ca. 6,5-7,5 |
| Aussaat/Pflanzung | Direkte Aussaat im Freiland, Mitte April bis ca. 1. Juni |
| Ernte | September und über den Herbst und Winter hinweg |
| Saison in Deutschland | September bis März |
| Kalorien pro 100 g | 55 kcal (232 kJ) |
| Geschmack | Nussig und leicht süßlich mit deutlichem Petersilienaroma |
| Kulinarische Verwendung | Suppenwurzel, Stampf und Püree, ofengebacken oder gebraten, roh im Salat |
| Lagerung | Frostfrei in der Miete oder in Kisten mit leicht feuchtem Sand |